Westthüringen blutet aus – so lautet das Fazit des Weißbuch Westthüringen 2020, das die Wirtschaftsinitiative Westthüringen e.V. am 10. Februar 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt hat. 

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Das Weißbuch bündelt erstmals alle verfügbaren Zahlen und Fakten zum demographischen Wandel in der Region Westthüringen bis 2020. Damit bietet es ein anschauliches, komprimiertes Gesamtbild der künftigen Entwicklung und prognostiziert ein dramatisches Szenario.

„Der demographische Wandel in Westthüringen ist allgegenwärtig. Hoffnung auf eine Trendwende nach dem 20-jährigen Aderlass seit der Wiedervereinigung ist nicht in Sicht. Vielmehr ist bis 2020 damit zu rechnen, dass sich der Bevölkerungsrückgang und die Überalterung in der Region fortsetzen werden.“, so Thomas Diwo. „Mit dem Weißbuch wollen wir, die Wirtschaftsinitiative Westthüringen, Anstoß für einen konstruktiven, sachgerechten und ernsthaften Dialog geben, aus dem sich Lösungsansätze und konkrete Maßnahmen ableiten lassen.“

Bevölkerungsschwund in Westthüringen setzt sich fort

Für das Jahr 2020 ist ein weiterer Rückgang der Bevölkerung in Westthüringen um rund 11 Prozent prognostiziert. Gründe hierfür sind ein unausgeglichenes Verhältnis Geburten-/Sterberate sowie Immigration/Emigration über die Landes- und Kreisgrenzen hinweg. Die Situation wird durch einen deutlichen Geburtenrückgang verschärft, da primär junge Frauen die Region verlassen werden.

Der Bevölkerungsrückgang betrifft primär die Altersgruppe der 20- bis 30-jährigen, die in den nächsten 10 Jahren um rund 52% schrumpfen wird. Deutliche Zugewinne verzeichnet lediglich die Altersgruppe der plus 60-Jährigen. Folge hiervon ist eine immer weiter fortschreitende Überalterung der Gesellschaft in Westthüringen: Knapp 40% aller Bewohner Westthüringens werden 2020 über 60 Jahre alt sein. Kurz vor der Wende zählte Westthüringen noch zu den jüngsten Regionen der Bundesrepublik – und wird 2020 zu den ältesten gehören.

Fachkräftemangel und Talenteschwund

Was für das Bundesland Thüringen insgesamt gilt, betrifft auch die Region Westthüringen: Immer mehr Fachkräftestellen bleiben bereits heute unbesetzt. Die Nichtbesetzungsquote bei Stellen für Fachkräfte liegt bei etwa 12 Prozent, in einzelnen Branchen wie zum Beispiel in entwicklungsintensiven Zweigen des verarbeitenden Gewerbes gar bei 18 Prozent. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Situation in Zukunft verschärfen wird.

„Wir müssen uns jetzt die Frage stellen, ob wir in Westthüringen eine Schicksalsgemeinschaft oder eine Erfolgsgemeinschaft sein wollen. Es gilt, jetzt die Probleme zu erkennen und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten“, so Thomas Diwo, Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Westthüringen e.V.

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